Zwischen Malerei und Mietersorgen – Der Mieterrat auf dem Kunstfest

„Nachhaltig, sozial engagiert und innovativ“ – so präsentiert sich die GESOBAU in ihrer Selbstdarstellung auf der Website. Das Kunstfest, das traditionell im Schlosspark Schönhausen stattfand, gab Gelegenheit, die GESOBAU obendrein als Organisatorin eines bunten, abwechslungsreichen und schön ausgestalteten Festes in Szene zu setzen. Die Mieter/innen der GESOBAU waren zu freiem Eintritt eingeladen. Ein Segen also, bei dieser landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft wohnen zu können?

Ebenso wie auch schon im Jahr 2017 war der Mieterrat mit einem eigenen Stand auf dem Fest vertreten und hatte dabei noch deutlich mehr Gelegenheit mit Mieterinnen und Mietern zu sprechen als das 2017 der Fall war.

Das lag zum einen an den günstigeren Bedingungen. Nicht nur, dass das gute Wetter am Samstag und (mit kurzer Unterbrechung) am Sonntag viele Gäste durch die Gänge des Kunstfestes lockte, die Position inmitten anderer Marktstände dürfte den Besuch an unserem Stand ebenso erleichtert haben. Auch die Wahrnehmung des Mieterrates in der Mieterschaft steigt. Es gab zwar auch jene Mieter, die sich freudig überrascht zeigten, dass es uns gibt, die meisten jedoch kam gezielt und wussten mit wem sie da sprachen – der Vertretung der Mieter/innen-Interessen bei der GESOBAU.

Und es gab Gesprächsbedarf: Die gelöste, vertrauensvolle Atmosphäre am Stand konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es doch einige Unzufriedenheit der Mieter/innen mit der GESOBAU gibt. Gleich mehrfach wurden Beschwerden über nicht eingehaltene Putzintervalle oder monatelang nicht abgeholte Müll- oder Wertstoffcontainer vorgebracht. Offenbar gelingt es der GESOBAU nicht flächendeckend eine reibungslose Reinigung und Entsorgung zu gewährleisten, was verständlicherweise auf Unmut bei denjenigen stößt, die sich in der regelmäßigen Zahlung ihrer Mieten schließlich auch keine Verzögerung erlauben können. Den Fällen, die uns konkret benannt worden sind, gehen wir nach und werden auf die Lösung dieser meist unappetitlichen Missstände drängen.

Neben solcherlei Unannehmlichkeiten kam aber auch Ratlosigkeit zum Vorschein und zwar immer dann, wenn Mieter/innen mit ihren mitunter sehr dringenden Anliegen bei der GESOBAU kein Gehör finden. Und auch das gab und gibt es mehrfach. So wurden sowohl die schlechten Kontaktmöglichkeiten zu den Objektbetreuern bemängelt, die z.T. wochenlang nicht telefonisch erreichbar seien, als auch die Tatsache, dass Mängelanzeigen und Anfragen über Wochen, zum Teil über Monate hinweg unberücksichtigt blieben. Hier zeigt sich, dass die GESOBAU dringend eines verbesserten Beschwerdemanagements bedarf. Es ist schlichtweg untragbar, dass Mieter/innen, nach eigener Aussage, offenbar keine Auskunft zu anstehenden Modernisierungsmaßnahmen und zu möglichen Schadstoffbelastungen im Haus oder Unterstützung bei Konflikten unter Nachbarn erhalten.

Irritationen gab es schließlich auch dann, wenn engagierte Mieter/innen darüber berichten mussten, dass Vorstöße zur Ausgestaltung von Gemeinschaftsräumen, Innenhöfen und Gärten mit Spielgeräten, Fahrradständern oder Blumenkästen von der GESOBAU vorschnell abgewiesen worden seien. Als landeseigene Wohnungsbaugesellschaft, die nicht müde wird, die Teilhabe der Mieter/innen an der Gestaltung des Wohnumfeldes zu propagieren, sollte die GESOBAU nicht, wie mehrfach kritisiert wurde, die Vorschläge die Mieterinnen und Mieter ohne gründliche und ergebnisoffene Prüfung zurückweisen, sondern  mit den Betroffenen vor Ort in einem offenen und wohlwollenden Austausch nach Möglichkeiten suchen. Die Gestaltung der Hausflure und Gärten kann niemand so gut an den Wünschen der Mieter/innen ausrichten, wie sie selbst. Wir als Mieterrat unterstützen gern Initiativen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben mit eigener Kraft ein ansprechendes Wohnumfeld zu gestalten.

Alles in allem war es nicht nur ein schönes Fest, sondern für uns auch ein anregender Austausch zwischen Mietern und uns als Mieterrat. Um Ihre und eure Interessen vertreten zu können, müssen wir sie kennen und dazu hat unser Stand ein gutes Stück beigetragen.  Wenn auch Sie uns etwas mitteilen möchten, warten Sie nicht bis zum nächsten Kunstfest sondern schreiben Sie uns: info@mieter-rat.de

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